Über Mich

Mein Weg

Meine Arbeit

Die chinesische Tuschemalerei begleitet mich seit meiner frühen Kindheit. Über zehn Jahre lang habe ich bei dem renommierten Künstler Geng Zhiyi aus der Provinz Jiangsu gelernt – einem Meisterschüler des bedeutenden chinesischen Malers Lu Yuezi. Unter seiner Anleitung habe ich nicht nur die grundlegenden Techniken der traditionellen Malerei erlernt, sondern auch ein tiefes Verständnis für deren künstlerische und geistige Dimensionen entwickelt.

So habe ich eine traditionelle und systematische Ausbildung in der chinesischen Malerei erhalten, die mein technisches Können und mein künstlerisches Denken nachhaltig geprägt hat.

Es war mein Wunsch, Psychologie zu studieren, der mich nach Deutschland führte. Diese Disziplin eröffnete mir eine völlig neue Perspektive auf menschliche Wahrnehmung, Emotion und inneres Erleben. Doch während meines Studiums und Lebens in einem fremden kulturellen Kontext ließ mich die Stille des Pinsels und die Tiefe der Tusche nie los. Schritt für Schritt kehrte ich zurück zu dem, was mich immer im Innersten bewegt hatte: zur Kunst, zur Tradition, zum Dialog zwischen Herz und Hand.

Mein künstlerischer Schwerpunkt liegt auf der Blumen- und Vogelmalerei. Dabei bin ich besonders in den Techniken Xieyi (freie Pinselführung) und Mogu (farbige Malerei ohne Tuscheumrisslinien) zu Hause – beides Ausdrucksformen, die mir eine große Bandbreite an gestalterischen Möglichkeiten eröffnen. Mit der freien Pinselführung fange ich die Lebendigkeit und Spontaneität der Natur ein, während die farbige Malerei ohne Umrisslinien feine Farbabstufungen und zarte Übergänge in den Vordergrund stellt.

Zugleich widme ich mich dem Studium der Landschaftsmalerei (Shanshui) und der Kalligrafie. Diese beiden Disziplinen vertiefen mein Verständnis für Komposition, Linienführung und den Fluss des Qi – die Lebensenergie, die in jedem Strich mitschwingt. Für mich ist die Kalligrafie die Grundlage jeder Malerei, und die Landschaftsmalerei die Kunst des Atems in Raum und Zeit.

Es geht mir nicht allein um die Weitergabe von Techniken – vielmehr möchte ich das geistige Erbe dieser Kunst lebendig halten: das Verständnis für Rhythmus und Leere, für den Augenblick, für die innere Haltung, die in jedem Pinselstrich mitschwingt. Mein Hintergrund in der Psychologie fließt dabei auf natürliche Weise in meine Arbeit ein – denn Malerei ist für mich immer auch eine Frage der inneren Wahrnehmung und Achtsamkeit.

Kulturelle Begegnung & Vision

Mit Jiyunju (Cloud Abode) habe ich einen Ort geschaffen, der mehr ist als ein Atelier – ein Raum für kulturelle Begegnung und lebendigen Austausch zwischen Ost und West. Der Name „Jiyunju“ bedeutet „Wohnstätte der Wolken“ – ein Bild für Leichtigkeit, Stille und die Schönheit des Augenblicks.

Es ist mein Anliegen, die chinesische Malerei nicht nur als Kunstform zu vermitteln, sondern als einen Weg des Sehens, Fühlens und Denkens. In einer Zeit der wachsenden globalen Vernetzung sehe ich meine Aufgabe darin, eine Brücke zu bauen – zwischen Tradition und Gegenwart, zwischen China und dem Westen, zwischen Lehrenden und Lernenden.

In unseren Wenfang-Yaji-Zusammenkünften – den literarischen Kunsttreffen im Geiste der alten Gelehrten – laden wir Künstler, Kunstliebhaber und alle Interessierten ein, gemeinsam zu malen, zu schreiben, zu betrachten und sich auszutauschen. Hier entsteht ein Raum, in dem Sprache und Herkunft keine Rolle spielen – nur die gemeinsame Freude an der Kunst und die Offenheit für das Schöne.

Ich lade Sie ein, mich auf diesem Weg zu begleiten – ob als Teilnehmende meiner Kurse, als Gäste unserer Zusammenkünfte oder einfach als Menschen, die die Schönheit der Tuschemalerei entdecken möchten.